Kunstwerke sind als Antwort auf die Welt anzunehmen. Ihre textuellen Besprechungen gießen in eine Sprache, was sie nicht selbst zu verbalisieren vermögen. Struktur und Wert der Kunst werden erkundet. An herrschenden Ismen orientiert sich Mila J. Noritsch dabei nicht, um frei von bestimmte Ansätzen zu sein, die ohnehin nur temporär gültig sind, gesellschaftlich selbst-implikativ und unüberschaubar.

Beschreibbar ist nur, was beobachtbar ist und das „Erleben des Kunstwerks“ (Susan Sonntag, 1964).

City Scopes & abstract paintings by Studio meintkeBehder
Sunset. Silence. Buildings. Imagination.
Studio meintkeBehder create abstract collages with several layers. Old newspapers contrast the abstraction of the city-sujet and modern architecture.
Coat-upon-coat painting: like a building grows the artwork get built. First decision of both: the color scheme. While painting layer by layer both, friedeRike meintke & Hartmut Behder, take it in turns, without any words, each works in process - how long it ever takes. Casts, different gazes, sand, paper, oil, leaf gold, ink, acrylic, oxide, pigments, rust & patina are getting layed, removed, mixed. If the painting is pefectly done, both feel it.
Since many years they work together with Mila Jana Noritsch/CCB and other institutions, for collectors, participate in fairs and exhibitions. Lots of works are collected all over the world. www.atelier-meintkebehder.de
© Text: Mila Jana Noritsch 2015

Wenn Mystik atmet.. | When mysthic breathes..
Jaya Suberg
light darkART
Wenn die Sehnsucht uns umarmt, wissen wir von dem süßen Schmerz, der nicht erlöst werden will. Empfindsam zieht uns Jaya Suberg unter die Oberfläche aller Vermeintlichkeiten. Das Verborgene wird sichtbar. Wir sollen hinschauen, hinabtauchen. Alle verzweifelten Erwartungen und auferlegte Schleier fallen zu lassen, befreit uns vom geduldeten Schlimmen. Jaya Suberg - für mich eine der
bedeutendsten digital art-Künstler/innen - bewegt mit purer Emotion. Der Körper ist ihr Gegenstand, sensibel komponiert mit dezimierter Farbe in einem innerseelischen Stimmungsraum. Die Beziehung zwischen Gestalt und Inhalt ist inden surrealen Arbeiten absolut hergestellt - der Raum ist dem Dargestellten a posteriori. Bedingung und Bedingtes - Erinnerung und Körper - faszinieren auf hypnotisierende Weise. Den einladenden und zugleich unzugänglichen Fotografierten verschließt Jaya oft ihre Augen [*was will der ganze Tand der Nichtigkeiten?*]. Es ist uns bewusst, dass mit dem Schwinden des Lichts, der Sehkraft, die Aufmerksamkeit in unser Inneres gelenkt wird, das ist die Angst.
Und die Künstlerin fordert diese Innenschau, Abgrenzung von der Welt, Zuwendung zum Ich.
Die gefürchtete Vanitas erfährt eine Gegenüberstellung mit Eros und Schönheit - bei gleichzeitiger Konsequenz: jede Schönheit wird vergehen [*run, baby, run*].
Spannung und Weichheit machen die sinnliche Ästhetik der Künstlerin aus. Einmal versprechen Tanz und Kontrollverlust das Annehmen alles Abgelehntem [*gelenkig widerstanden*]. Ein anderes Mal wird die Bildfläche gestört [*crosslines*]. Es gibt ein Herauskommen aus der räumlichen Tiefe [*und rührt so seltsam sacht*], aber weit häufiger ein erlösendes Hineinsinken. Unmittelbar authentisch ist die
Liebe zum Sujet, zum Charakter - niemals fotografiert Jaya eine Person ohne Einfühlung und Resonanz. Die visuell ausgestaltete Suche danach, den Filter (Verstand) auszuschalten, projiziert sie höchst anspruchsvoll in perfekte kompositorische Entwürfe mittels kreativer Digital-Bearbeitung ihrer eigenen Fotografien. Oftmals verfeinert sie die Fine-Art-Prints als serielle Unikate mit Kreiden, Acryl und Tusche.
© Text: Mila Jana Noritsch 2014 für die Berliner Liste (Katalog) September '14: Jaya Suberg

still.life
HANNAH PARR
präsentiert von HoTo Berlin.
Aus dem Volume in der Brunnenstraße wird ein großes Stillleben. Hannah beeindruckt mit ihren auf Holz gemalten, fast skulpturalen Darstellungen. Beeinflusst von der klassischen, niederländischen Stilllebenmalerei geht es weniger darum, Essbares oder Tiere nachzubilden, sondern unsere Vorstellungskraft zu reizen. Hannahs surreale Klein-Plastiken verführen den Blick, haften zu bleiben an den wirkungsvollen Brotscheiben, Melonen oder dem Käse. Die Pinselführung und ihre kräftig strahlenden Farben sind dabei nicht still, im Gegenteil: Mit breiten Strichen legt sie die Farbschichten auf, schmirgelt sie dann wieder stellenweise ab, um dem Holzstück etwas von seiner Originalität, seiner Geschichte zu lassen. Hannahs serielle Arbeitsweise kreist um die Lebendigkeit von Gejagtem, Geerntetem und Gefundenem. Direkt und inspirierend sind ihre farbvollen Abbildungen unserer unmittelbaren Welt.
1984 im britischen Bournemouth geboren, lebt Hannah heute in Berlin. Ihren Abschluss am Central Saint Martins College of Art and Design machte sie 2006 in Graphic Design. Ihre Arbeiten wurden seitdem weltweit ausgestellt und verkauft - ihre erfolgreiche, käufliche Installation "Edible Material" in London wurde soeben verlängert. Ab September wird sie an einem mehrmonatigem Residency-Programm an der Kunstschule La Escuela de Diseño Altos de Chavón in der Dominikanischen Republik teilnehmen.
Vernissage: Donnerstag, 14. August 2014, 18.00 - 22.00 Uhr
Ausstellung: 15. - 17. August 2014, täglich 12.00 - 20.00 Uhr
Aperitivo: Sonntag, 17. August 2014, ab 17.00 Uhr Drinks & Music
Mit freundlicher Unterstützung von LOKAL, WEINMICHEL und WEINGUT BEFORT.
Text: Mila Jana Noritsch

Mátyás Varga
Die Form gestaltet eine räumliche Realität. Komposition und Reflektion, unaufhörlich. Durch die Hände des Bildhauers entsteht eine Analogie von Natur und Kunst, wie sie in der Malerei nur schwer zu finden ist, nicht nur wegen der Dreidimensionaltität, sondern auch ob der schöpferischen Tat des Modellierens. Bei Matyas Varga ist das Wirkliche frei, das Maß perfekt. Seine Darstellungen haben Substanz, Charakter, Würde. Insbesondere seine neuartigen Formate evozieren Emotionen, bewegen. Dem skulpturalen Ausdruck seiner Arbeiten liegt eine zeichnerische Begabung und achtsame Betrachtungsweise zugrunde, die bereits frühzeitig in Erscheinung trat - sie ist der Schlüssel...
Mehr unter http://www.vargaart.com/
(c) Bilder: Mátyás Varga
(c) Text: Mila Jana Noritsch

Sylvia Janowski. Snatches of Time / Augen-Blick (Ausstellungsbesprechung)
Keynote, das wesentliche Merkmal, in den gezeigten Arbeiten von Sylvia Janowski lautet "Inhalt ist ein Funke" - das Dasein des Moments wird eingefangen. Still, konzeptionell graphisch und malerisch-narrativ. Farbe als Substanz des sichtbaren Augenblicks; die Linie als seine konkrete Reflexion. Ausdrucksmittel wie Kreide und Mixed Media zeichnen die marginalen Details eines Augen-Blicks weich und zeigen Schatten auf, die den Übergang von "Erscheinen" zu "Verschwinden" wie einen Snapshot festhalten. So finden wir als Betrachter naturgemäß schattige Tiefe in den Blättern der leuchtend roten Blüte (120x180cm) - neben irritierend schattenlosen Vibrationen. Stilllebenhaft modern der "Krebs" (110x180cm) und minimale Schattenwürfe projizierende "Stiefel" (140x...cm) zum Beispiel beschreiben Ent- und Anspannungen der augenblicklichen Happenings. Wem oder was gibt Janowski Bild-Raum?
Schattenhaft -wenn auch kreide-weiß- passiert/durchquert das "Paar" die abgebildete Fläche... Das Spannende an der Werkreihe "Augen-Blicke" ist zudem, dass Schattenlosigkeit nicht mit wesensfrei übersetzt wird: die schwarze "Laterne" ist ungetrübtes Statement, Protagonist eines Holzplattenbildes, welches sein Augenmerk viel eher den durch den lichtgebenden Schein hervorgebrachten Pflastersteinen widmet. Sensibel trifft uns in allen Werken die Nähe: legt man zwei Schatten aufeinander, werden sie einer. Dieser Umstand an sich hat nichts Bedrohliches, aber etwas anderes passiert mit dem Betrachter: wie im "Bücherregal" werden unerwartet Freiräume sichtbar, die überraschen, manchmal verstören. Wundersam der Moment, in dem wir nicht die Titel auf die Buchrücken lesen, sondern sequenziell die Zwischenräume betrachten, die zwischen den Dingen liegen.
Dies verstärkt sich noch im Bild "Netz": die von Linien umgebenen Farbfelder hat Janowski einzeln verschiedenfarbig gefüllt. Die Form folgt dem Inhalt. Diese kompositorisch-technische Betrachtung löst sich im Endeffekt auf: Vergänglichkeit und Künftiges konnte die Künstlerin auf der Leinwand fixieren - sichtbar werden architektonische und organische Dynamiken, die ineinandergreifen wie Zahnräder der Zeit.
Einmal mehr beweist diese Ausstellung, dass Kunst von Geben und Nehmen bestimmt ist:
Die Kunst füllt uns. Und wir, die Betrachter, füllen den Bild-Raum mit den Inhalten, die wir bereit sind, preiszugeben.
Sie entscheiden, ob Zeit/der Moment aufwärts strebt oder abwärts.
(c) 2013 www.sylviajanowski.de
(c) Text: Mila Jana Noritsch

man.kind. Georg Wachberg. Ein Digitorial.
[Text unter: www.collectorsclub.berlin/news]